3D SmartphonesIm Kino hat sich 3D nach mehreren vergeblichen Anläufen im vergangenen Jahrhundert nun scheinbar endgültig durchgesetzt und auch im Heimbereich versuchen die Hersteller, Geräte mit der Möglichkeit zur dreidimensionalen Darstellung zu etablieren. Erhältliche Fernseher kranken jedoch noch an einem hohen Preis und dem Zwang, eine relativ klobige Brille zu tragen. Zwar ist die Technik, 3D auch ohne Brille darzustellen, vorhanden, entsprechende Bildschirme wären im für Fernseher nötigen Format jedoch zur Zeit noch unbezahlbar. Im Kleinformat wurde ein ohne Brille nutzbarer 3D Bildschirm jedoch schon vor einiger Zeit sehr erfolgreich von der japanischen Firma Nintendo für ihre tragbare Spielkonsole Nintendo 3DS entwickelt. Nun wurden auch die ersten 3D-fähigen Smartphones vorgestellt.

Die Technik erzeugt zwei Bilder, die gestaucht und anschließend wieder zu einem Bild zusammengesetzt werden. Der Bildschirm wird in eine Vielzahl von Spalten eingeteilt, von denen jede abwechselnd entweder Bildinformationen für das rechte oder das linke Auge enthält. Darüber wird in einigem Abstand eine aus schwarzen Streifen bestehende Barriere gelegt, die dafür sorgt, dass jedes Auge nur die für dieses Auge bestimmten Bildspalten sehen kann. Da dies einen bestimmten Blickwinkel voraussetzt und nur einen geringen Abstand zum Bildschirm zulässt, ist diese Technik geradezu prädestiniert für Smartphones und ähnlich kleine Geräte.

Die beiden ersten erhältlichen 3D Smartphones kommen von der taiwanesischen Firma HTC und dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG. Beide laufen unter Googles Betriebssystem Android, besitzen eine 3D-fähige Kamera und gehören mit Preisen um die 600 Euro zur Oberklasse der Smartphones.

Das LG Optimus 3D kommt im schlanken Design und mit einem 4,3 Zoll großen Bildschirm daher. Ein mit zwei Mal einem Gigahertz getakteter Dual-Core Prozessor der Firma Texas Instrument sorgt dafür, dass das Gerät Anwendungen, Webseiten und Filme verzögerungsfrei ausführen und darstellen kann. Der mit nur acht Gigabyte recht knapp bemessene Speicher kann mit einer Micro-SDHC Karte erweitert werden.
Per Micro-HDMI ist der Anschluss an einen Fernseher möglich. Dank einer möglichen Zeilendarstellung von 1080p wird eine Bildqualität wie bei einer Blu-ray Disc erreicht. Für die Darstellung von 3D-Inhalten ist jedoch ein 3D-fähiger Fernseher nötig, ansonsten bleibt der Bildschirm schwarz.

Das Gegenstück von HTC nennt sich Evo 3D und ist ebenso mit einem 4,3 Zoll Display ausgestattet. Dank eines 1,2 Gigahertz Dual-Core Prozessors ist es ähnlich schnell wie das LG Gerät, muss jedoch mit nur einem Gigabyte Flash-Speicher auskommen, was eine Aufrüstung per Micro-SD Karte unumgänglich macht.

Die Darstellung von 3D ist bei beiden Geräten beeindruckend, gelingt jedoch nur überzeugend, wenn das Handy im richtigen Winkel und möglichst ruhig gehalten wird.

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