LTE – Infos zu Technik und Ausbau
Der Datenturbo LTE soll Breitband übers Mobilfunknetz in Regionen bringen, die bislang nicht mit DSL oder VDSL versorgt waren. Die Technologie „Long Term Evolution“, auch unter 4G für vierte Generation des Mobilfunk geläufig, befindet sich aktuell im Aufbau.
Wie funktioniert LTE? Durch die digitale Divende – der Umstellung von Fernseher von analogen auf digitale Signale – wurden Frequenzbereiche frei. Diese lassen sich nun für mobiles High-Speed-Internet nutzen. Ein Sendemast deckt ein bestimmtes Gebiet ab, wobei sich die Versorgung in so gennante Funkzellen gliedert.
Vor allem der reichweitenstarken 800-MHz-Bereich ist für die LTE Anbieter interessant. Die entsprechend aufgerüsteten Sendemasten strahlen das LTE Signal aus, der Anwender kann mittels LTE-fähigem Surfstick und Router dann sofort im Internet surfen. Mit den Funkfrequenzen von UMTS (HSPA) ist die neue Technik nicht kompatibel, was die neue Hardware notwendig macht.
In der Theorie sind mit LTE Übertragungsraten von 100 Mbit/s und mehr möglich. Jedoch müssen sich in der Praxis die Nutzer die einzelnen Funkzellen teilen. Neben der Nutzerzahl beeinflusst auch die Entfernung zum Sendemasten die Datenübertragung, wobei LTE als stabile Verbindung gilt.
LTE-Tarife sind derzeit mit Geschwindigkeiten von nur 3,6 bis immerhin 50 Mbit/s auf dem Markt. Vielleicht nicht ganz so viel High Speed wie sich mancher Internetnutzer wünscht, jedoch deutlich schneller als noch der Vorgänger UMTS/3G.
Preislich liegt das Internet via Funk etwas über vergleichbaren DSL-Anschlüssen. Die kleinsten Pakete für LTE starten bei 20 Euro, wobei für Flatrates für Internet und Festnetz meist um die 40 Euro fällig werden.
Beachten sollten Interessierte, dass bei den LTE Angeboten ein Inklusiv-Volumen geführt wird. Das bedeutet, dass ab dem Erreichen einer bestimmten Datenmenge die Verbindung in ihrer Geschwindigkeit herabgestuft, in der Fachsprache „gedrosselt“, wird. Die jeweilige Grenze ist vom Tarif abhängig – Staffelungen mit 5 GB, 10 und 15 GB Inklusiv-Volumen sind derzeit üblich.
Der Ausbau schreitet voran. Nach der Frequenzauktion im vergangenen Jahr setzen nun die Deutsche Telekom, Vodafone und o2 Telefónica auf LTE. Gesetzlich sind die Provider verpflichtet, erst die „weißen Flecken“ der Breitbandversorgung auf dem Land abzudecken.
Die drei LTE Anbieter wollen nach eigenen Angaben je 1.500 Ortschaften neu mit LTE erschließen. Doch auch Großstädte sollen bald vom rasanten mobilen Internet profitieren. Die Deutsche Telekom ernannte Köln zur „LTE City“ und vertreibt seit Juni dort Tarife, Vodafone startet den Ausbau in Berlin, o2 wiederum in München.
Sie haben den Verfügbarkeitscheck gemacht und wollen LTE bei sich zuhause ausprobieren? Die Anbieter räumen dem Nutzer vielfach ein einmonatiges Rückgaberecht ein und locken mit reduzierter Grundgebühr, meist über die 24 Monate Mindestvertragslaufzeit. Wer gern mit dem Smartphone mobil ins Internet geht, muss sich noch etwas gedulgen. Auch wenn Hersteller wie LG und Motorola bereits LTE-fähige Handys in Aussicht stellen: Der kommerzielle Start von LTE-Smartphones dürfte frühestens zum Jahresende 2011 erfolgen, die vierte Generation wird sich dann schrittweise verbreiten.
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